Schneller als die Polizei erlaubt!

Wanderfalke mit Beute; Foto: Z.Tunka
Wanderfalke mit Beute; Foto: Z.Tunka

 

Der Wanderfalke ist eines der schnellsten Tiere unserer Erde und auch im Kreis Eichstätt beheimatet. Der größte unserer Falken erreicht im Sturzflug Geschwindigkeiten bis zu 360 km/h.

Zwar ist er mittlerweile schon in etlichen Großstädten Brutplätze an hohen Gebäuden zu finden. Sein natürlicher Lebensraum des Wanderfalken ist das offene Gelände in der Nähe von Gewässern, wo er Jagen und Brüten kann. Dafür kommen auch steile Felswände oder auch Steinbrüche infrage. Das Altmühltal bietet also ideale Brutbedingungen für den Wanderfalken.

 

Auf dem Speiseplan des Wanderfalken stehen Vögel aller Art. Meist sind es Tauben, Krähen, Stare und Drosseln. Sein Jagderfolg hängt vom Überraschungsmoment ab. Er lässt sich entweder aus großen Höhen im Sturzflug auf seine vorbeiziehende Beute herabfallen oder er fliegt sie von seiner Ansitzwarte aus hinterrücks an. Die Beutetiere werden meist schon durch den starken Aufprall getötet. Ansonsten hilft der Falke mit einem gezielten Nackenbiss nach.

 

 

Wanderfalke; Foto: M.Bosch LBV Archiv
Wanderfalke; Foto: M.Bosch LBV Archiv

In den 1960er Jahren brachen die Wanderfalken-Bestände in Mitteleuropa dramatisch sein. Hauptursache war der Einsatz des hochgiftigen Pestizids DDT. Aber auch die Verfolgung durch Taubenzüchter haben den Wanderfalken damals an den Rand der Ausrottung gebracht. Der Landesbund für Vogelschutz (LBV) hat ab 1982 zusammen mit dem Bayerischen Landesamt für Umwelt ein Artenhilfsprogramm zum Schutz des Wanderfalken ins Leben gerufen.

Der Erfolg der Maßnahmen stellte sich rasch ein und heute gibt es wieder mindestens 250 Brutpaare im Freistaat. Auch wenn der Bestand im Moment als gesichert gilt, muss dieser Erfolg durch Kontrolle der Brutpaare und Anbringung von Nisthilfen an bestimmten Standorten weiterhin unterstützt werden.

Heute macht der vielerorts starke Erholungsdruck dem Felsbrüter Wanderfalke zu schaffen. Eine Begegnung mit Kletterern endet nicht selten in einer erfolglosen Brut. Meist sind den Menschen die Auswirkungen gar nicht bekannt, so dass mit Gesprächen  ein guter Ausgleich zwischen Naturschützern und Sportlern erzielt wird.

 

Dass der Dialog mit verschiedenen Interessensgruppen funktioniert, beweisen Kooperationen des LBV mit dem Deutschen Alpenverein und den Bayerischen Staatsforsten.

In den 1990er Jahren hat die LBV-Kreisgruppe Eichstätt erstmals den Kontakt zur örtlichen Sektion des DAV hergestellt und auftretende Konflikte mit Kletterern erörtert. Durch eine gemeinsame Öffentlichkeitsarbeit und Aufklärung wurden schnell erste Erfolge sichtbar. Wo es notwendig ist, werden betroffene Felsen während der Brutzeit gesperrt. Die DAV-Sektion informiert auf ihrer Internetseite „www.dav-eichstaett.de“ über befristete Sperrungen und wieder freigegebene Gebiete. 

© Landesbund für Vogelschutz in Bayern e.V.
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